Tiller-Giller-Promenade
Altona-Altstadt (2025): nach Nadja Tiller (16.03.1929 Wien – 21.02.2023 Hamburg), Schauspielerin und ihrem Ehemann Walter Giller (23.08.1927 Recklinghausen – 15.12.2011 Hamburg), Schauspieler
Das Ehepaar Nadja Tiller und Walter Giller lebte ab 2008 in der Seniorenresidenz Augustinum in Hamburg – in der Stadt, wo Walter Giller aufgewachsen war. Im Jahre seines Umzugs an die Elbe wurde bei Walter Giller Lungenkrebs diagnostiziert. Zuvor hatte das Ehepaar seit Ende der 1950er-Jahre in Castagnola bei Lugano gewohnt.
Nach Nadja Tillers Tod im Jahr 2023 wurde zwei Jahre später der FußgängerInnenweg an der Elbe vom Augustinum bis zu den Docklands nach dem Schauspielehepaar benannt.
Nadja Tiller war die Tochter der Operettensängerin und Schauspielerin Erka Körner, verheiratete Tiller und des Schauspielers Anton Tiller.
Auch Nadja Tiller schlug die Schauspielerinnenlaufbahn ein, studierte von 1945 bis 1949 am Max-Reinhardt-Seminar und an der Musik- und Schauspielakademie. Dann wurde sie festes Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt in Wien und gewann 1949 die Wahl zur Miss Austria.
1956 heiratete sie den Schauspieler Walter Giller. Das Paar hatte sich drei Jahre zuvor bei Drehaufnahmen zu dem Musikfilm Schlagerparade von Eric Ode kennengelernt. 1959 wurde eine Tochter und 1964 ein Sohn geboren.
Nadja Tiller und Walter Giller galten in den 1950er- und 1960er-Jahren als Traumpaar des deutschen Films. Es stand in rund 30 Filmen gemeinsam vor der Kamera.
Nadja Tiller hatte: „In den 1970er und 1980er Jahren (…) feste Theaterengagements in Lübeck, Berlin und Wien. (…). Bis in die späten 1990er Jahre trat sie zudem in Boulevardstücken auf. 1997 spielte sie an den Hamburger Kammerspielen und auf Gastspielen die Rolle der alternden Joan Crawford in dem Stück Besuch bei Joan von Cas Enklaar, (…). Im September/Oktober 2010 war Nadja Tiller in einem Stargastauftritt in der Rolle der ‚größten Diva aller Zeiten‘ in Schorsch Kameruns Inszenierung des Stücks Vor uns die Sintflut im Thalia-Theaterzelt in der Hamburger Hafencity zu sehen. Von Januar 2015 bis April 2015 war sie in dem Musical My Fair Lady als Mrs. Higgins am Staatstheater Braunschweig zu sehen. Diese Rolle übernahm sie auch in der Spielzeit 2015/16,“ 1) heißt es in Wikipedia.
Nadja Tiller trat auch in Film und Fernsehen auf. „Zahlreiche eher belanglose Rollen in Lustspielen mit Hans Moser und Theo Lingen folgten, bis sie Rolf Thiele 1955 für seinen Film Die Barrings an der Seite von Dieter Borsche besetzte. Mit diesem Film erlebte Tiller ihren künstlerischen Durchbruch. Bis 1970 folgten zehn weitere Filme (…) Ihren internationalen Durchbruch hatte sie 1958 in Das Mädchen Rosemarie als Darstellerin der Frankfurter Edelhure Rosemarie Nitribitt. (…)
Ende der 1950er Jahre konnten Luchino Visconti, Michelangelo Antonioni und Federico Fellini Tiller nicht für eine internationale Karriere gewinnen. 1986 spielte sie als Waffenhändlerin ihre letzte große Rolle im Kino-Film Der Sommer des Samurai.
Nach langer Kinoabstinenz wurde sie 2005 von Til Schweiger in seinem Roadmovie Barfuss besetzt sowie 2009 von Leander Haußmann in seiner Filmkomödie Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus!, was zugleich auch ihre letzte Rolle in Film und Fernsehen war.“2) Nadja Tiller wirkte in mehr als 120 Filmen mit.
Nadja Tiller und Walter Giller traten 1979 auch als Gesangsduo auf mit dem Lied „Wenn der Giller mit der Tiller“.
Beide erhielten im Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz.
Walter Giller war der Sohn von Edwine Giller, geborene Röver und des Kinderarztes Walter Giller.
Nachdem Walter Giller Junior nach dem Abitur zunächst Medizin studierte, wechselte er doch schnell seinen Berufswunsch und begann Schauspieler zu werden.
„Nach Volontariat und Regierassistenz an den Hamburger Kammerspielen bei Ida Ehre bekam er 1947 seine erste Theaterrolle in Thorton Wilders Wir sind noch einmal davongekommen. Er nahm Schauspielunterricht bei Eduard Marks in Hamburg.
Ab 1948 erhielt Giller erste kleine Filmrollen. Seine erste Hauptrolle spielte er 1951 in dem Film Primanerinnen. Giller wurde ein vertrautes Gesicht des deutschen Kinofilms der 1950er Jahre. Manchmal komisch, manchmal schüchtern, aber immer nett und nie ausfallend repräsentierte er in zahlreichen Produktionen den jungen Herrn von nebenan. Nur selten bot sich ihm die Gelegenheit, sein großes Potenzial als Charakterdarsteller unter Beweis zu stellen. (…).
In den 1960er Jahren wirkte Giller hauptsächlich in einigen der damals gängigen Krimis, Abenteuer- und Paukerfilmen mit, während er sich in den 1970er Jahren ganz auf Fernsehrollen verlegte. Mit Peter Frankenfeld als Sketchpartner spielte er häufig angetrunkene Kneipenbesucher. Er intensivierte auch wieder seine Theaterarbeit und trat vor allem in Tourneen auf. Auch trat er als Autor von zwei Kinderbüchern hervor: Lustige Geschichten von Natascha und Jan (1968) und Walter Giller erzählt Geschichten zur Guten Nacht (1969). In dem preisgekrönten Fernsehspiel Der geborgte Weihnachtsbaum von 1966 spielte Walter Giller (…) eine Hauptrolle“, 3) heißt es in Wikipedia. Damals waren seine und Nadja Tillers Kinder ca. zehn und vier Jahre alt.
Nadja Tiller und Walter Giller erhielten 2006 einen Bambi für ihr Lebenswerk.